Kleine Anleitung für den Tango im Alltag
Hier erfährst Du, wie Du Lernerfahrungen aus dem Tango ganz einfach für Dein Alltagsleben „übersetzen“ kannst. Ersetz im folgenden Text die Begriffe „Tango“/“Tanz“ mit „Leben“, und „Tänzer/in“ mit „Mensch“  …. Los geht’s!

Du bist ein/e Meister/in, die übt
Schwierigkeiten und Probleme beim Tango Lernen und Tanzen sind Herausforderungen und Entwicklungsmöglichkeiten. Sie sind für und nicht gegen Dich. Nimm es als Spiel, so wie ein Kind, das Gehen lernt: neugierig und mutig. Wenn Du stolperst oder fällst, steh wieder auf! Neuer Versuch … es wird klappen, beim nächsten oder übernächsten mal.

Es ist, was es ist: eine Erfahrung
Es gibt kein „richtig“ und „falsch“ im Tango. Es gibt nur Deine Idee und die Umsetzung Deines Hörens von Musik, Deiner Beweglichkeit und Flexibilität, Deiner inneren und äußeren Haltung Dir selbst, Deinem Gegenüber und der Welt gegenüber. Entscheidend ist, ob, wie und was davon funktioniert. Manche Tänzer/innen ziehen negative Schlussfolgerungen über gemachte Erfahrungen – das ist nicht nötig! Es ist nur eine Erfahrung, eine mögliche Basis für einen neuen Lernschritt. Daher ist jede Erfahrung wertvoll und Du entscheidest selbst, ob Du sie negativ, positiv, oder überhaupt bewertest.

Du hast die Wahl
Im Tanzen darfst Du Deinen Stand- und Drehpunkt wählen. Mit jedem neuen Schritt und nach jeder Figur verlässt Du Deinen alten Standpunkt und ertanzt Dir einen neuen Spielraum. Du wirst darin immer sicherer, je öfter Du es ausprobierst: Du machst Fort-Schritte und ertanzt Dir das große Glück des Augenblicks. Irgendwann bist  Du auch mit den anderen tanzenden Paaren in einem „flow“ und  bist begeistert! Das Erweitern Deines eigenen Spielraums fällt Dir leicht, wenn Du liebe- und vertrauensvoll mit Dir umgehst. Das wirkt sich auch auf Dein Gegenüber aus. Du wirst weniger Fortschritte machen und im Widerstand lernen, wenn Du Dir/Deinem Gegenüber/der Welt misstraust. Du hast die Freiheit, das eine oder andere für Dich zu wählen.

Vergleich ist die Quelle größten Unglücks
Das Vergleichen mit anderen Tänzer/innen wird Dich in Deiner Entwicklung nicht weiter bringen, sondern hemmen. Gedanklich wirst Du Dich mit den Kompetenzen der/des Anderen auseinandersetzen, anstatt bei Dir selbst zu bleiben. Das ist verschenkte Energie. Such Dir Vorbilder, deren Stil, Ausstrahlung und Ausdruck Dir gefällt. Werde nicht eine Kopie davon (das Original gibt es ja schon!), sondern lerne im Nachahmen dessen, was Dir gefällt, das Eigene zu finden. Lass Dich von Deinen Vorbildern inspirieren und frag diese Menschen nach ihrem Leben, ihren Maximen, ihren Überzeugungen, ihrem Werdegang, ihrem Glauben, ihren Erfolgen und Krisen. Sie drücken auf der Tanzfläche mehr aus als eine Bewegungsfolge. …aber das hast Du ja schon entdeckt, sonst wären sie jetzt nicht Deine Vorbilder.

Deine Gedanken sind Dein Glück … oder Unglück
Das, was Du bist und tanzt ist eine Folge Deiner Gedanken, Worte und Taten. Denkst, sprichst und tust Du Gutes für und über Dich und andere, dann wird das Glück und die netten Menschen gerne bei Dir vorbei schauen. Bist Du positiv gestimmt mit der Absicht unterwegs einen/eine Tanzpartner/in zu finden, wirst Du bald jemanden treffen, der/die sich gerne auf Dich einlässt. Auf einem Tango Salon werden viele Menschen mit Dir tanzen wollen, Du wirst einen erfüllten Tangoabend erleben und am nächsten Morgen trotz Müdigkeit wohlgemut aufstehen. Glück zieht Glück an. Schimpfst Du öfter über Deine/n Tanzpartner/in, beschwerst Dich beim Tanzabend über die Musik, das mangelnde Angebot an Getränken und hat Dich mal wieder jemand zugeparkt …. dann stell Dir jetzt vor, Du wärst das Glück. Würdest Du gern bei Dir vorbei schauen … und mit Dir tanzen?

Also: Sei Dein Glück und die Welt wartet drauf mit Dir zu tanzen!